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Die drei Stufen der Entwicklung des Selbstkonzepts
Wir können die Entwicklung des Selbst, des Selbstvertrauens und des Selbstbewusstseins in vier Entwicklungsstufen unterteilen,
die uns verstehen helfen, wie ein Kind sein Selbstkonzept aufbaut und uns Möglichkeiten aufzeigt , wie wir das Kind individuell fördern können.
Stufe 1
Körpererfahrungen
Die ersten Erfahrungen über seine Existenz macht das Kind über seine sensorischen Systeme und seinen Körper,
der eines der wichtigsten elementarsten Experimentiergebiete des Menschen ist.
Durch Erfahrungen über die sensorischen Systeme in den ersten Lebenswochen entwickelt sich die erste Stufe des Körperselbst.
Von diesem Körperselbst macht sich das Kind ein Bild, welches es als „zu sich gehörend“ sieht. Es stellt sich Fragen wie:
Wie groß bin ich?
Welche ist meine Stimme?
Wo bin ich im Raum?
Dieses Körperselbst bildet eine Basis für das Bewusstsein der eigenen Person.
Durch die Wahrnehmung des Körpers ist es dem Säugling / Kleinkind möglich zwischen sich und der Umwelt zu unterscheiden,
und so wird der Körper zum Bindeglied zwischen Selbst und Umwelt; er vermittelt zwischen „Innen und Außen“.
Das Kind macht seinen Körper zum Objekt der eigenen Wahrnehmung.
Gestalt und Aussehen sind wichtige Elemente für die Verankerung der kindlichen Identität.
So haben Körpergröße und Stärke eine zentrale Bedeutung, da die soziale Rangordnung häufig diesen Merkmalen folgt.
Stufe 2
Wirkung des eigenen Verhaltens
Aus den Wirkungen des Verhaltens auf die Umwelt kann das Kind auf sich selbst zurückschließen;
was für Objekte aber auch andere Personen gilt. So eine Erkenntnis wäre zum Beispiel: „Ich kann einen Turm zum Umfallen bringen.“
Dieser Aspekt ist noch eng mit dem Körpererleben des Kindes verbunden.
Durch diese Handlungen erleben die Kinder, dass sie die Ursache für bestimmte Geschehnisse sind.
Diese Handlungsergebnisse verbinden sie mit dem eigenen Können.
Es folgt ein erstes Konzept der eigenen Fähigkeiten.
Sie lernen durch experimentieren und ausprobieren.
Die Erkenntnis: „ Ich bin Ursache einer Wirkung!“ ist die Basis für Selbstvertrauen.
Dieses Bild entsteht aus eigenen Bewertungen der Handlungen / Leistungen und dem Vergleich mit anderen.
Jedoch ist dieses Selbstbild nicht immer ein realistisches Abbild.
Stufe 3
Wirkung des Selbstkonzepts auf die Selbstwahrnehmung
Den Grad, den ein Kind an Zufriedenheit und Ausgeglichenheit hat,
wie es mit Problemen umgeht und sich mit neuen Situationen auseinandersetzt,
hängt von seinem Selbstkonzept ab. Das Selbstkonzept kann eher negativ oder eher positiv sein.
Merkmale eines positiven Selbstkonzepts:
- geringere Ängstlichkeit und mehr Energie für neue Aufgaben
- Erfolge werden als Resultate der Arbeit gesehen
- bei Misserfolgen nicht so leicht zu entmutigen
- Misserfolge werden als Zufall und Pech abgetan
Merkmale eines negativen Selbstkonzepts:
- neue Situationen werden als bedrohlich angesehen
- Misserfolge sind Bestätigung für geringe Fähigkeiten
- Reagieren unangemessen / empfindlich auf Misserfolg
- Erfolg wird als Glück oder Zufall angesehen
- Die Frustrationstoleranz ist gering
- Die Kinder mit negativen Selbstkonzept geben eher auf
Die Einschätzung des Selbstwerts ist meist sehr stabil und änderungsresistent.
Die Einstellungen der frühen Kindheit sind am schwersten zu beheben.
Kinder nehmen manchmal eine unangemessene Generalisierung vor, d.h. negative Erfahrungen werden auf andere Bereiche übertragen.
Bei einem negativen Selbstkonzept ist die Erfolgserwartung in der Regel niedriger.
Das wiederum hat die Konsequenz, dass auch die Erwartungshaltung der sozialen Umwelt sinkt.
>wer sich nichts zutraut, dem traut niemand etwas zu
Das Kind kann leicht in einen Teufelskreis geraten !

Die Bedeutung des Selbstkonzepts
Welche Fähigkeiten sich ein Kind zuschreibt, hängt von seinem Selbstkonzept ab.
Je nachdem ob es negativ oder positiv ist hat das Auswirkungen auf sein Verhalten.
Das Selbstkonzept ist wichtig, da es uns ein Bild unser Selbst vermittelt und so auch die Form der Beziehung zu uns Selbst bewirkt.
Man kann die erläuterten Aspekte nutzen, um dem Kind ein realistisches, positives Selbstbild zu vermitteln.
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